Durchlässigkeit von Anfang an!


Alle Musiker*innen haben irgendwann einmal klein angefangen. Viele gelangten im Laufe ihrer musikalischen Karriere an einen Punkt, an dem sie neue Weg suchen mussten. Es war dies oft ein Wendepunkt, der durch die gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema körperliche und mentale Hindernisse beim Musizieren neue Möglichkeiten eröffnete.

Meinen persönlichen Wendepunkt bildete 1997 ein 3-tägiges Eutonie-Seminar. In der Folge entschloss ich mich für die fundierte Ausbildung in Eutonie Gerda Alexander und begann die Methode speziell für die Bedürfnisse von Musikern zu adaptieren.

Seit meinem Diplom (2006, Karin Schaefer Offenburg) arbeite ich mit Schüler*innen in der Musikschule, Musikstudent*innen und Profi-Musiker*innen. Mit jeder Unterrichtsstunde wird mein Erfahrungsschatz reicher und findet meine persönliche Erfahrung Bestätigung darin, dass durch das Finden einer freien und durchlässigen Aufrichtung eine deutliche Verbesserung des Klangs und der musikalischen Ausdruckskraft erfolgt. Dies ist sozusagen das Geschenk für die Arbeit an einem physiologisch sinnvollen Einsatz des Körpers beim Musizieren. Prävention wird zugleich zur Qualitäts- und Leistungssteigerung.

Die drei Säulen der Musikphysiologie:
Körperarbeit, Atemarbeit
und Mentaltraining
werden mit der Eutonie Gerda Alexander abgedeckt.

Ergebnis einer gelungenen Arbeit ist das harmonische Zusammenspiel der gesamten Körperorganisation für leichte, geschmeidige und angenehme Bewegungen beim Musizieren. Blockaden und Spannungen werden gelöst. Technische Fertigkeiten und Präzision gewinnen durch ein erweitertes Körperbewusstsein. Behutsame Übungsanleitungen bei körperlichen Problemen ermöglicht der Selbstregulierung aktiv zu werden. Eine physiologisch sinnvolle Haltung am Instrument verstärkt den Kontakt zum Instrument. Dies fördert auch den Kontakt zum Boden und zu den Musizierpartner*innen. Ein ökonomischer Körpereinsatz beim Musizieren lässt Freude und Leichtigkeit entstehen. Die sich daraus ergebende Präsenz steigert den musikalischen Gesamtausdruck und die Wirkung auf der Bühne.

All dies, verbunden mit einem befreiten und frei fließenden Atem in seiner Natürlichkeit und Ursprünglichkeit kann bewusst für die musikalische Gestaltung eingesetzt werden. Als wertvolles Instrument ermöglicht er, Musik intensiver zu erleben, ausdrucksvoller zu gestalten und im Zusammenspiel zu kommunizieren. 

Ziel ist, Musizierende im gesunden, freudvollen und erfolgreichen musizieren zu unterstützen.

Zunächst geht es um die Vermittlung von Präventionsstrategien.
In einem klar abgesteckten Rahmen wird Hilfe zur Selbsthilfe angeboten. 

  • Natürliche Haltung finden
  • Schmerzen und Blockaden lösen
  • Ökonomische Spielbewegungen etablieren
  • Kontakt zum Instrument entwickeln
  • Atemräume erweitern
  • Künstlerischen Ausdruck steigern
  • Sicherheit auf der Bühne fördern
  • Lampenfieber beruhigen
  • Persönliche Ressourcen stärken

Testimonials

Melina, 8 Jahre, Klavierschülerin

Kommentar nach dem körperlichen Wecken von Schultergürtel und Arme: „Meine Finger sind ganz wach und weich alles geht ganz leicht. Sie fühlen sich an wie ein Sofa!“

Sarah, 18 Jahre, Querflöte, Musikstudentin

Angefangen mit Eutonie habe vor ein paar Jahren als ich merkte, dass meine Sehnen von dem vielen Üben oft weh taten und ich kurz vor einer Sehnenscheidenentzündung stand. Die Beschäftigung mit der Wahrnehmung vom Körper hat mir dabei durch konkrete Änderungen an meiner Haltung sehr geholfen und sofortige Besserung meiner Beschwerden beschert.
Die durch Fußarbeit entwickelte Erdung und das damit verbundene Loslassen im Schultergürtel schenkte mir beim Spielen gleich ganz viel Power und Durchlässigkeit. Eine gewisse Entspannung im Körper macht das Spielen gleich viel leichter. Ich habe entdeckt, dass es oft darum geht eigene Bewegungsmuster auch selbst zu erkennen und zu beobachten, damit ich dann zu Hause weiter daran arbeiten kann.

So hatte ich die Idee, meine linke Hand bei der Querflöte mehr zu beugen, damit ich die Flöte noch sicherer halten kann. Doch aufgrund meiner relativ kurzen Arme hat sich dadurch meine Schulter verkrampft und ich musste meinen Versuch wieder abbrechen. Jetzt haben wir gemeinsam herausgefunden, dass ich intuitiv immer gegen die Bewegung der Schulter in Richtung Brustkorb, die ganz normal ist, gearbeitet habe, um mehr Öffnung zu bekommen, was aber genau das Gegenteil bewirkte.
Durch Übungen zum Spüren der Schulterblätter und des Bewegungsvorgangs an sich kann ich jetzt bewusster und leichter in meinen Schultern loslassen und mein Handgelenk ein bisschen weiter beugen.

Lea, 15 Jahre, Klavier

Ich habe entdeckt, dass es darum geht im Hier und Jetzt zu sein und den Moment des Musizierens mit jeder Faser meines Körpers zu genießen. Musiker sind Künstler, welche live performen und es ist menschlich, Fehler zu machen. Ich will mich nicht mehr über ein oder zwei „falsche Noten“ ärgern und das Gesicht verziehen, denn das beeinflusst nicht nur wie ich die weiteren Takte spielen werde, sondern auch das Publikum. Am Anfang eines Stückes nehme ich mir in Zukunft erst einmal Zeit anzukommen, mich aufrecht hinzusetzten, die Sitzbeinhöcker zu spüren, den Atem fließen zu lassen und dann bewusst den ersten Ton anzuschlagen. Genauso will ich den Schlussakkord genießen und nachklingen lassen, auch wenn ich ein paar „Fehler“ gemacht habe, will ich mich freuen! Gelernt habe ich weiters viel über die Verbindungen zwischen mir, meinem Körper und dem Klavier. Nicht nur der Abstand zum Klavier, oder aufrechtes Sitzen beeinflussen die Musik. Ich will versuchen in den Körper hinein zu spüren. Ich habe gespürt, dass der Arm in Wirklichkeit bereits beim Schlüsselbein anfängt. Und wenn ich mir dieser Verbindung bewusst werde, gehe ich ein Stück ganz anders an.

Elisabeth, 53 Jahre, Profi-Geigerin

„Danke! ich habe eine wundervolle Entdeckung gemacht. Das, was ich mir für meine Schüler*innen in jeder Unterrichtsstunde wünsche! Nach all den Jahren bewussten Geigenspielen hatte ich nicht bemerkt, dass ich im Aufstrich meine rechte Schulter hochziehe und mir dadurch selbst im Wege stehe!“